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  • Saisoneröffnung im Holidaypark - und: "Eröffnung" von Holiday Indoor



    Am vergangenen Sonntag feierte der Holidaypark in Haßloch seine diesjährige Saisoneröffnung - an diesem Tag hatten nur Jahreskartenbesitzer, die sich vorab registriert hatten, Zutritt zum Park.
    Zusätzlich gab es im Park noch ein Event nur für geladene Gäste: Die „Eröffnung“ der Indoorhalle.



    Nun fragt man sich zwar, weshalb man eine Halle, die schon seit letztem Sommer für die Parkgäste in Betrieb ist, nun noch einmal „offiziell“ eröffnet, allerdings ist das marketingtechnisch wohl ein besserer Anlass, als einfach nur den Saisonstart zu feiern. Das Event wurde mit einer kurzen Pressekonferenz kombiniert, während der Plopsa-CEO Steve van den Kerkhof das 25-Millionen-Euro Investitionsprogramm für die nächsten 5 Jahre verkündete.


    Schritt 1 des Programms ist 2020 die Umgestaltung vom „Donnerfluss“ (der seinerzeit erste Rapid River Deutschlands) zum „Dino Splash“ mit Dino-Animatronics usw. - Plopsa betreibt in Plopsa Coo bereits Wasserrutschen unter diesem Namen und gestaltet derzeit auch die Wildwasserbahn im Plopsaland de Panne entsprechend um. Insofern haben wir beim Donnerfluss vermutlich im Prinzip dieselbe Thematisierung zu erwarten.



    Im zweiten Schritt soll das Wickieland in Haßloch erheblich erweitert werden. Dazu setzt Plopsa auf bewährte Lieferanten und baut einen Zamperla Disco Coaster sowie ein Mack Splash Battle. Beide Attraktionen findet man aktuell bereits ebenfalls in de Panne, insofern erwarten wir auch hier keine Überraschungen, was die Thematisierung betrifft.





    Den dritten Baustein des Investitionsprogramms bildet der geplante Bau eines Hotels mit ca. 80 Zimmern, um den Holidaypark zur Mehrtages-Destination für Familien auszubauen und die Marke von 1 Mio. Besuchern pro Jahr zu knacken.





    Nach der wirklich sehr kurzen Pressekonferenz hatten auch die geladenen Gäste Gelegenheit, sich im Rest des Parks umzugucken. Ca. 10.000 Jahreskartenbesitzer waren der Einladung zur Saisoneröffnung gefolgt, daher erwartete einen ein - bei sonnigem Frühlingswetter - ab dem frühen Nachmittag relativ voller Park.

    Nun genießt der Holidaypark in Fankreisen ja den Ruf, beim Saisonstart regelmäßig noch mit großen Problemen, wie mehreren geschlossenen Hauptattraktionen etc., zu kämpfen. Hier wollte man dieses Jahr den Gästen zeigen, dass man auch anders kann.
    Oder lag es daran, dass Steve van den Kerkhof persönlich im Park war?
    Im Großen und Ganzen hat man das jedenfalls geschafft - das, durch den späten Saisonstart schon recht milde, Wetter hat sicherlich auch sein Schäflein dazu beigetragen, dass die meisten Attraktionen den Tag über liefen und es nur kleinere Ausfälle gab.

    Den längsten Ausfall (fast den gesamten Tag) verzeichnete die Burg Falkenstein - böse Zungen meinten, das wäre vielleicht besser so - nicht dass Michael Mack (der anlässlich der Splash-Battle-Ankündigung ebenso wie ein Zamperla-Manager vor Ort war) den Zustand eines „seiner“ Fahrgeschäfte sehen müsse…

    Selbst bei der GeForce setzte man, solange noch nicht viel los war, auf 2-Zug-Betrieb. Dieser hatte sich allerdings nach ein paar Stunden, als es im Park voller wurde, schon wieder erledigt, da einer der beiden Züge offensichtlich technische Probleme hatte. Allerdings schien das Personal mit dem 2-Zug-Betrieb sowieso überfordert - 2-Zug-Betrieb hilft halt wenig, wenn die Abfertigung eines Zuges so vertrödelt wird, dass der andere Zug bereits wieder in der Schlussbremse steht während in der Station gerade erst die Gates geöffnet werden. Auch das Handling der Fastpass-Queue blieb verbesserungswürdig - man kann zu Fastpässen stehen, wie man will, aber wenn teilweise 40-50 Personen in der Fastpass-Schlange stehen und nur bei jeder zweiten Fahrt 6 davon eingelassen werden, dann ist das einfach zu wenig (und bringt letztlich auch der normalen Queue keinen messbaren „Vorteil“).

    Was gar nicht funktionierte, war die Gastronomie - die Hälfte der Lokale blieb geschlossen, im geöffneten Lokal konnte man gut und gerne 30-60min. in der Warteschlange verbringen - und dann hatte man noch nicht einmal sein Essen, sondern nur seinen Pager. Wenn die Pager nicht gerade „ausgegangen“ waren. Achja, und wenn der Pager dann brummte und blinkte hieß das nicht, dass das Essen jetzt an der Ausgabe verfügbar war. Originalzitat einer Mitarbeiterin: „Sorry, irgendwer ruft gerade dauernd falsche Nummern auf“. Ja, wahrscheinlich wollte man den Tag nutzen, neue Mitarbeiter einzuarbeiten und Abläufe abzustimmen - allerdings gab es keine Supervisor, die sich ersichtlich darum gekümmert hätten, Kunden und überforderten Mitarbeitern zu helfen und Abläufe zu optimieren. Und das alles an einem Tag, an dem man im Prinzip die exakte Besucherzahl durch die nötige Vorregistrierung schon im Vorfeld genau wusste. Wir hoffen, dass man hier zum „öffentlichen Saisonstart“ nochmal deutlich nachbessert.

    Insgesamt gab der Holidaypark somit ein gemischtes Bild ab: Man sieht deutlich das Bemühen, die Qualität des Besuchserlebnisses zu steigern, die Attraktionsverfügbarkeit hat sich extrem verbessert. Trotzdem gibt es noch deutliche Defizite, was operative Abläufe bei Fahrgeschäften und Gastronomie betrifft.

    Plopsa zeigt aber deutlich den Willen, den Holidaypark mit den kommenden Investitionen in eine Familien-Destination zu entwickeln. In den letzten 2 Tagen konnte man nach den Ankündigungen vom Sonntag in den sozialen Medien und Achterbahnforen sehr viel - nennen wir es freundlich: - Kritik an den Plänen lesen.
    Aber mal ehrlich: Natürlich haben wir Achterbahnfans und doch letztlich die Ankündigung einer Holzachterbahn (also genauer: des Heidi-Coasters wie in de Panne) gewünscht und erhofft. Die kam nicht. Stattdessen setzt Plopsa mit den Umthematisierungen, dem Splash-Battle usw. bewusst auf noch mehr Angebote für Familien. Der „Füllgrad“ des Maja-Landes in Haßloch zeigt, dass dies wirtschaftlich bestimmt ein sinnvoller Weg ist.


    Zum Schluss noch unser Highlight des Tages: Der Moment, als während der Pressekonferenz nach der Ankündigung des Splash-Battles Michael Mack auf der Bühne Steve van den Kerkhof zwei Freikarten für Rulantica überreichte - damit er auch mal schön in Rust Schwimmen gehen kann. Unbezahlbar.
    Ralf61, coastermax, americancoasterfan und 16 anderen gefällt dieses Posting.