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  • Ein ir(r)es Abenteuer: Tayto Park! | 24.06.2015




    Anmerkung Redaktion: Tom berichtet uns vom seinem verrückten Tagestrip nach Irland um
    den neuen Gravity Group Woodie zu testen.

    Hey zusammen,


    heute gibt es nach längerer Zeit mal wieder einen Bericht von mir. Auf meiner 'to do'-Liste für das Jahr 2015 stand einiges, aber ganz sicher nicht Irland. Doch dann meldet sich ein kleiner Park zu Wort, den vorher selbst 99% der Fans noch nie gehört haben und kündigt den Bau einer riesigen Holzachterbahn an. Weiterhin hat es dann einfach diesen Reiz, einfach mal ganz spontan einen Trip abseits vom Mainstream zu machen. Der Drang nach einem Irland-Trip wurde größer und größer, bis dann alles ganz schnell ging: Der Michael (alon) dachte ähnlich wie ich, was sich im Fort Fun rausstellte, und so wurden dann 6 Tage im voraus die Flüge gebucht.

    Unser Besuch war für Mittwoch geplant. Aufregung dann schon im Vorfeld. Der Woody soll Montag und Dienstag geschlossen haben (wegen 2. Zug einsetzen sowie Ausbesserung an einer Schienenstelle) und Mittwoch erst im Laufe des Nachmittags wieder öffnen. Fanden wir ganz und garnicht lustig, da wir um 16 Uhr wieder Richtung Flughafen aufbrechen mussten. Die Vorstellung, nach Irland zu reisen und vor einer geschlossenen Bahn zu stehen.... Aber beeinflussen konnten wir es ja nicht.

    Es blieb nur wenig Zeit um Vorfreude aufzubauen, bereits am Dienstag Nachmittag ging es zum Flughafen. Ich musste halt so oder so in den Tagen aus der Heimat nach Siegen fahren, und weil der Airport Köln/Bonn auf dem Weg liegt, wird der Trip zumindest einen kleinen Ticken weniger bescheuert.








    Am Flughafen von Dublin angekommen, holten wir bei Europcar unseren kleinen Dacia-Mietwagen ab und wagten uns in den Linksverkehr. Da inzwischen Mitternacht durch war und die Supermärkte alle geschlossen hatten, suchten wir noch eine Tankstelle für ein paar Flaschen Wasser und wollten uns dann mit dem Auto auf dem Parkplatz des Freizeitparks niederlassen. Leider war dieser mit einem großen Tor versperrt, woraufhin wir eine halbe Stunde durch die irische Provinz gurkten um irgendwo einen Parkplatz zu finden. Um den Freizeitpark herum ist wirklich NICHTS, außer Bauernhöfe und Kuhweiden an jeder Ecke. Fündig wurden wir dann neben einem Tennisgelände, wo die Beleuchtung zum Glück sehr sparsam war. Zugegeben, im Auto schlafen ist nicht schön und gerade das Gefühl wenn man dort am nächsten Morgen aufwacht und raus muss, ist sehr eklig! Da ich aber möglichst viel schaffen möchte jedes Jahr und noch fast ein Kind bin, muss ich finanziell Kompromisse eingehen und das geht an dieser Stelle sehr gut. Dafür lern ich ja fleißig im Moment, damit ich in ein paar Jahren nicht im Auto schlafen "muss". ;-)








    Jedenfalls war ich trotz kaum Schlaf am nächsten Morgen einigermaßen fit und freute mich auf dem Tag. Nachdem wir uns beim nächsten Tesco Supermarkt mit Frühstück eingedeckt hatten, fuhren wir sehr zeitig zum Park, stellten unser Auto mit bestem Ausblick ab und genossen die Sicht auf den Holzkoloss.






    Da waren wir also nun: Tayto Park. Erst vor vier Jahren eröffnet, hat sich dieser Park in den letzten beiden Jahren gut weiterentwickelt. Tayto ist eine in Irland sehr bekannte Chipsmarke, die Fabrik befindet sich auch gleich nebenan... Ähnlichkeiten also zum HersheyPark mit seiner Schokolade in dem USA. Das war es dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Auf dem Papier ist die Attraktionsauswahl von Tayto sehr übersichtlich, weshalb die 15€ Eintritt plus 14€ Wristband sehr viel wirken. Ob das so ist, galt es herauszufinden. Zeit hatten wir ja eh genug; schließlich sollte der Woody laut Schild am Eingang seinen Betrieb um 14 Uhr aufnehmen.




    Dann machen wir mal einen Rundgang durch den Park. Beim 'Dinosaurs Alive', einer der 2015er Neuheiten, kann man sich diverse Dino-Animatronics anschauen und sich bei den Infotafeln über deren Leben informieren. Ist garnicht mal schlecht gemacht und für Kinder sicherlich nett.






    Ein großer Teil des Parks wird durch Tiergehege eingenommen, teils mit exotischen Tieren, teils auch mit den einheimischen Tieren. Nahezu an jedem dieser Gehege traf man eine Gruppe von Schulkindern, die von einem Guide des Parks über die Tiere belehrt wurde. Das war eh sehr auffällig und hatte ich vorher noch nirgendwo gesehen: Am Parkplatz wurde jeder Kinderbus von 1-2 Mitarbeitern des Parks empfangen, wobei der Mitarbeiter die Gruppe den ganzen Tag über betreute und durch den Park führte. Generell war das Mitarbeiter-Aufgebot im Park enorm, was natürlich auch zu einer vorbildlichen Sauberkeit führt. Außerdem sehr jung und motiviert, bleibt mir positiv in Erinnerung.








    Wer möchte, kann sich dann nach dem Anschauen der Tiere direkt ne Packung Bisonfleisch mit nach Hause nehmen. :-O




    Im Tayto Park gibt es zwei nennenswerte Flatrides, die beide recht extrem sind und irgendwie fehl am Platz wirken. Zum einen wäre da ein Zamperla Air Race, den man z.B. auch im Walygator Park oder Drayton Manor fahren kann. Die Fahrt ist sehr kurz und monoton, aber insgesamt schon ganz okay vom Spaßfaktor her. Man kann die Fahrten auch einzeln kaufen und auf ein Wristband für 14€ verzichten. Da die Fahrten aber recht teuer sind, lohnt es sich für die wenigsten.






    Neben dem Air Race steht der 31 Meter hohe Flatride 'Rotator', welches man mit unserer Kirmes-Attraktion 'Salto Mortale' vergleichen kann. Das Gefühl ist nicht besonderes. Oben hat man sehr lange Hangtime und das gefällt mir nicht. Auch hier ist die Fahrt sehr kurz.






    Der Irrgarten hat uns gut gefallen, schön naturnah und verwinkelt.





    Zu jedem gekauften Wristband bekommt man eine Riesenpackung Chips...




    Was wir vorher nicht wussten: Mit dem Eintrittsticket kann man auch die angrenzende Chipsfabrik besucht, was wir aufgrund der vorhandenen Zeit auch gemacht haben. Man verlässt dabei das Parkgelände, überquert eine Landstraße zur Fabrik und.... wird später beim Rückweg in den Park nicht auf sein Ticket kontrolliert, verrückt! Man bekam jedenfalls einen ganz guten Eindruck von der Chipsproduktion.




    Dene in oder anderen Kinderflatride gibt es auch noch....




    Die Frösche aus dem HoPa lassen grüßen...




    Man merkt halt, dass wir (noch) nicht die Zielgruppe des Parks sind..




    Sehr gefreut haben wir uns auf die Zipline Anlage. Mit einer Seilrolle ausgestattet, kann man nach dem erklimmen des Turmes herabsausen. Leider wurden wir etwas enttäuscht. Die Anlage hat kaum Speed, ist wohl trotz der ordentlichen Höhe hauptsächlich auf Kinder ausgelegt. Da hat man bei den Ziplines in den meisten Kletterwäldern mehr Spaß.










    Dann gibt es noch ein ganz komisches Ding. Der komische Berg auf dem folgenden Bild ist sogar explizit als Attraktion ausgezeichnet und nachdem man eine gefühlte Ewigkeit nach oben gebraucht hat gibt es dort oben... nichts!




    Etwas wirklich tolles konnte man dann durch die Bäume erspähen:




    Der (einzige) Grund diesen Park zu besuchen! Mensch, was waren wir den ganzen Tag über am schwitzen. Es wurde seit den Morgenstunden intensiv am Overbanked Turn gearbeitet, und die Arbeiter wollten einfach nicht verschwinden. Ab 13 Uhr positionierten wir uns vor dem Eingang der großen Holzachterbahn 'Cu Chulainn'. Nach Twister im Gröna Lund erst die zweite Bahn des amerikanischen Herstellers Gravity Group in Europa. Der Coastergott musste doch einfach Mitleid mit uns haben und die Bahn öffnen...
    Die Uhrzeit sagte 14, und immernoch wurde fleißig gewerkelt an der Holzbahn. 14:30 Uhr dann endlich der erlösende Moment, die Queueline wurde geöffnet und wenig später konnten wir in der ersten Reihe Platz nehmen. Im Anschluss schafften wir nur noch eine weitere Fahrt, in der letzten Reihe.


























    Was kann man zu der Fahrt sagen? Eine objektive Bewertung ist schwierig, weil die Bahn einfach den Exotenbonus hat und all die Anstrengungen rundherum, nur wegen diesem Woody, lassen während der Fahrt haufenweise Glücksgefühle aufkommen. Dennoch wage ich zu behaupten, dass es sich beim Cu Chulainn um eine Spitzenbahn handelt. Die Geschwindigkeit ist bis zum Ende konstant hoch, was insbesondere in der letzten Reihe sehr gut rüberkommt. Bedingt durch die wendigen Züge, welche ich sowohl optisch als auch vom Bügelsystem extrem geil finde, kann die Bahn sehr enge Radien fahren und das nutzt sie auch aus. Kommt auf Onride Videos gar nicht so rüber. Man hüpft teilweise wirklich hoch, runter, links, rechts,.. in kürzester Zeit. Den spektakulär anmutenden Overbanked Turn, der vom Park auch werbewirksam als Inversion beworben wird, fand ich während der Fahrt nicht besonders vom Gefühl her, fährt sich halt fast wie eine Kurve. Sieht aber toll aus von außen. Vom Fahrgefühl her würde ich die Bahn am ehesten mit El Toro in Plohn vergleichen, nur ne Dimension größer. Mit Sicherheit einer der Top 5 Holzcoaster in Europa.
    Zum Park an sich noch kurz was. Er ist ganz nett, und man muss bedenken dass es ihn erst seit ein paar Jahren gibt. Preis/Leistung stimm aktuell noch nicht, für 29€ bekommt man leider zu wenig geboten. Bin trotzdem mal auf die Entwicklung in den nächsten Jahren gespannt.



    Nach der zweiten Fahrt ging es für uns zügig Richtung Auto. War auch gut so, denn die Mietwagenrückgabe hat mehr Zeit in Anspruch genommen als gedacht. Generell sollte man am Dublin Airport, sofern man sich Ryanair gönnt, genug Zeit einplanen. Nicht nur von den Mietwagen zum Terminal 2 ist es ein gutes Stück, auch von der Sicherheitskontrolle bis zu den Ryanair-Gates sind es gut und gerne nochmal 15 Minuten Fußweg. Vielleicht nochmal ein Wort zu Ryanair. Ich finde, damit kann man super fliegen. Für 1-2 Stunden fliegen brauche ich keinen Schnickschnack und die Flüge waren in den letzten Jahren fast immer pünktlich und ruhig. In Köln verabschiedete ich mich von Michael und hatte dann noch fast 3 Stunden mit Bus und Bahn vor mir. Gegen 1 Uhr nachts erreichte ich dann wieder meine Siegener 'Hood'. Ja, ich war sehr froh ein Bett zu sehen.


    Wer erkennt welches Stadion das ist?




    Insgesamt weiß ich noch nicht, was ich von dem Ausflug halten soll. Einerseits ist es ziemlich dumm wegen einer Bahn hinzufliegen und 2x damit zufahren, zumal bei mir noch viel interessantere Ecken in Europa offen sind. Trotzdem: Wir hatten unseren Spaß, einen neuen Credit in der Liste und ein neues Land gesehen. War ein nettes, kleines, reizvolles Abenteuer, welches ich definitiv in guter Erinnerung behalten werde. Danke auch an Michael als sehr angenehmen Mitfahrer. Jetzt kommt erstmal eine Klausurphase und dann geht es auch schon weiter mit tollen Parks. Wohin es geht werdet ihr dann sehen.


    Bis dahin,
    Tom
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    Ursprünglich wurde dieser Artikel in diesem Thema veröffentlicht: Ein ir(r)es Abenteuer: Tayto Park! | 24.06.2015 - Erstellt von: ktowncoaster Original-Beitrag anzeigen