• Werbung

  • Sky Scream und Co. - Achterbahnen mal X



    Heutzutage ist es möglich so ziemlich alles in großen Kaufhäusern, Onlineshops und Katalogen zu erwerben. Dabei scheint es keine Grenzen zu geben, um welche Produkte es sich handelt und woher sie stammen. Auch der Zeitaufwand wird immer geringer. Der große Vorteil ist natürlich die Flexibilität bei der Auswahl der Waren. Der Nachteil hingegen besteht darin, das die Individualität der Produkte verloren geht. Diese Tatsache lässt sich auch auf die Achterbahnwelt zuschreiben und genau damit befassen wir uns in diesem Artikel.

    Kauft ein Park oder Betreiber eine neue Achterbahn von der Stange und hat damit eines von vielen Exemplaren in seinem Besitz oder lässt er sich eine eigens für sich persönlich angefertigte Achterbahn bauen?! Diese Frage dürfte schon vielen Verantwortlichen durch den Kopf gegangen sein. Eine wichtige Rolle spielen dabei vorallem der Kosten- und der Werbefaktor. Fragen wie: "Wie oft gibt es diese Bahn schon in meinen Umkreis?", "Wie viel finanzielles Risiko kann ich mir zumuten?" oder "Wie viel Platz habe ich überhaupt für eine Achterbahn?" sollten nicht selten eine Rolle spielen.
    In der Vergangenheit und auch ganz aktuell in der Gegenwart, gibt es viele Beispiele für Achterbahnen aus dem Katalog. Die einen lieben, die anderen hassen sie. Die Geschmäcker unter den Freizeitparkverrückten gehen dabei völlig auseinander. Der normale Parkbesucher interessiert sich jedoch weniger dafür, wie oft es eine Achterbahn gibt oder wie der Vergleich zu anderen Modellen ist, denn er will einfach nur seinen Spaß haben.
    Wir stellen euch heute ein paar Serienprodukte vor und gehen dabei auch auf zukünftige Projekte ein. Denn eines ist klar, die Achterbahnhersteller stehen nicht still und liefern immer und immer wieder neue Produkte.

    LSM Catapult Coaster/ Premier Rides
    Die wohl aktuellste Serie, die anscheinend eine regelrechten Boom erlebt. Die neueste Anlage, mit Namen Sky Scream, steht seit kurzem in Deutschland. Genauer gesagt im Holiday Park, Hassloch. Die erste Bahn dieser Art wurde im kalifornischen Six Flags Discovery Kingdom unter dem Namen Superman Ultimate Flight gebaut.
    Die Bahn verspricht einen knackigen Launch in einem kompakten Layout. Dabei gibt es noch eine Inversion. Das Layout scheint eine Art Erfolgsmodell zu werden. Durch die Kompaktheit nimmt die Achterbahn nicht viel Platz in Anspruch. Da sie in die Höhe gebaut ist, scheint sie sehr werbewirksam zu sein und im Endeffekt ist sie eine reine Spaßmaschine. So wie es sein soll.
    Der Nachteil besteht in der geringen Kapazität, was die bisherigen Parks aber anscheinend weniger stört. Im Zeitalter von teuren Fastpässen und Mehrtagesticktes ist es wohl sogar eher ein gefundenes Fressen für die Parkkasse.
    Warum sprechen wir hier von einer Serie, wenn es doch erst 2 Stück weltweit gibt?
    Der Anlass dazu ist, dass es im Internet Gerüchte über zwei weitere Anlagen gibt. Eine wird wohl in Busch Gardens Williamsburg entstehen und die andere in einem mexikanischen Freizeitpark. Weitere Modelle sind nicht auszuschließen, da es sich um eine eher kostengünstige Alternative zu großen Achterbahnen handelt.










    Boomerang/ Vekoma

    Zurzeit gibt es weltweit 42 Auslieferungen dieser Bahn. Dazu kommen noch spezielle Arten wie der Giant und Inverted Boomerang. Und ganz ehrlich, wer kennt sie nicht? Einerseits gefürchtet und verschmäht, sorgt sie im Endeffekt doch immer wieder für Spaß. Da die ersten Boomerangs Mitte der 1980'er Jahre gebaut wurden, kann man hierbei schon von einen Klassiker sprechen. In Deutschland gibt es zurzeit genau einen, nämlich im bayrischen Geiselwind. In unseren Nachbarländern sind u.a. Österreich (Wiener Prater) und die Niederlande (Walibi World) damit bestückt.
    Die Standartmaße betragen eine Höhe von 35,5 Meter und eine Länge von 285 Meter. Die Fahrt dauert 1:48 min. und es kann eine Höchstgeschwindigkeit von 76 km/h erreicht werden.
    Das Besondere an dieser Achterbahn besteht darin, dass man die Strecke sowohl vorwärts als auch rückwärts fährt. Dabei geht es durch 3 Inversionen.








    Suspended Looping Coaster (SLC)/ Vekoma

    Gleich nochmal ein Beispiel aus dem Hause Vekoma. Die SLC Inverter haben sich Ende der 1990'er unter dem üblichen Begriff "Hängeachterbahn" einen Namen in Deutschland gemacht. Denn der Heide Park Soltau eröffnete 1999 die erste Achterbahn in Deutschland, bei der man nicht über, sondern unter der Schiene fährt. Zwei Jahre später zog die damalige WB Movie World (heute Movie Park) in Bottrop, mit dem gleichen Modell nach und begeisterte damit vorallem die Menschen im westlichsten Teil der Republik. Weltweit gibt es, ähnlich wie beim Boomerang, ca. 40 verschiedene Ausführungen.
    Die Standartvariante kann 689 Meter aufweisen und bietet eine Höhe von 33,3 Metern. Es gibt jedoch 4 verschiedene Ausführungen, die sich nur minimal in Länge oder Elementen unterscheiden.










    Natürlich gibt es noch einige weitere Beispiele für Serienprodukte. Darunter die bekannten Wilden Mäuse oder auch eine Reihe von B&M Inverted Coastern, die es vorallem in den nordamerikanischen SIx Flags Parks zu finden gibt.
    Jetzt seid ihr an der Reihe. Ist es okay, immer wieder die gleichen Achterbahnen vorzufinden oder muss es immer ein Customer Modell sein?
    Marcel46, Ralf61, MaryPoppins und 12 anderen gefällt dieses Posting.
    Kommentare 4 Kommentare
    1. Avatar von Madflex
      Madflex -
      Also ich persönlich finde es nachvollziehbar, dass sich ein Park einen fertig entwickelten Coaster von der „Stange“ kauft. Bei SkyScream begrüsse ich es sogar, da die Fahrt wirklich Spass macht und das Konzept neu ist. Bin gespannt, was da in Zukunft noch kommt.

      Bei Flatrides ist es ja z.B. vollkommen selbstverständlich und es begegnen einem immer wieder die selben Fahrgeschäfte. Einen Unterschied könnte hierbei dann möglicherweise die Thematisierung machen, wie es das Phantasialand mit Talocan vorgemacht hat. Das wertet so einen Ride enorm auf.

      Ich muss allerdings sagen, dass mir die Modelle aus dem Hause Vekoma - mit Ausnahme des Giant-Boomerang der wirklich Spass macht, wenn er mal läuft - nicht besonders zusagen. Einerseits kennt man die Rides aus einige Parks schon, wodurch sie ja irgendwie auch langweilig werden und häufig lassen diese hinsichtlich Fahrkomfort zu wünschen übrig. Die B&M Inverter sind einfach deutlich angenehmer zu fahren. Den Standard-Boomerang lasse ich mittlerweile immer links liegen, es sei denn es wird sonst nichts geboten oder man hat übermässig viel Zeit und ob ich mich noch mal freiwillig von Limit verprügeln lasse, wage ich auch zu bezweifeln.

      Allerdings finde ich SkyScream vor allem bei der Fahrzeit mit Kosten in Höhe von 8 Mio. kein wirkliches Schnäppchen. In diesem Zusammenhang würde mich interessieren, was ein Vekoma Boomerang wohl kostet.
    1. Avatar von maikoaster
      maikoaster -
      Besonders erfolgreiche Bahnen in Serie scheinen zu Zeit ja auch die Mack'schen Blue Fire Klone und die Intamin'schen 10-Inversion-Coaster zu sein...

      Meiner Meinung nach sind einzigartige Bahnen einfach spannender als einfach weitere Kopien. Vor allem wenn man bedenkt, dass heute Custom-Bahnen schon für einen ähnlichen Preis zu haben sind wenn man z.B. Sky Scream und Karacho vergleicht. Dabei kommt es aber auch immer auf die Dichte der Bahnen an. Wenn es eine Bahn so wie Sky Scream nur einmal in Europa gibt ist es auch nicht so tragisch, wenn es sich dabei um einen Klon handelt. Auch die Thematisierung spielt eine Rolle. Ein schön thematisierter Klon kann auch wieder einiges rausreißen im Gegensatz zu einem "nackten" Modell.
    1. Avatar von Pinhead
      Pinhead -
      Danke für den Bericht, prima.
      Konzerne denken ja in der Regel immer Kostenbewusst (Anschaffung), somit sind eben Standartvarianten in den Konzern betriebenen Parks leider Gang und Gebe. Gerade der SLC hat (aber immerhin ein für die Fläche vorgesehenes),tolles Layout.
      Dem Otto-Normalo fallen die Unterschiede sicherlich nicht sofort ins Auge, ob hier B+M oder Vekoma und Konsorten stehen. Die Konzerne wollen eben nicht groß Kosten für customdesignte Anlagen bereit stellen und nehmen lieber was von der Stange, was sie auf bereits vorhandene Flächen setzen können. Erdarbeiten sind halt abartig in den Kosten.
      Dennoch denke ich, dass man auch die Standartvarianten wieder entsprechend vermarkten kann, wenn man sich da mal hinsetzt und einfach mal ein Konzept entwirft. Fand die Umgestaltung des Boomerangs in Walibi Holland echt klasse. Tolles Soundsystem, bessere Züge und moderne Optik für die jeweilige Zielgruppe. Ebenso der LSM Launcher dort ist nach der Umgestaltung schon deutlich attraktiver, weil eben das Gesamterlebnis durch den Walk-Through mäßigen Maze- Bereich, echt klasse ist.
      Aber auch einen stinknormalen SLC kann man verpacken und wertig erscheinen lassen, siehe Mayan Adventure im Formosan Aboriginal Culture Village, der mit schicker Thematisierung und tollen Pacing der Topographie spielt.
      Grundsätzlich finde ich aber ein speziell für den jeweiligen Park konzipierten Coaster besser, weil man sich eben Gedanken gemacht hat und das Gesamterlebnis oft das bessere ist.
      Was halt nervt, ist eben aus Fansicht die hohe Konzentration der oftmals gleichen Anlagen in Parks, die man in einem 2-3 Stunden Radius erreichen kann. Stört den regulären Parkbesucher sicher wenig, aber bei der Fülle an SLC´s und Boomerangs, kann das schon mal den Eindruck schmälern
      Aber, wenn sie entsprechend wertig gepflegt oder noch besser, thematisch angepasst wurden, habe ich deutlich mehr Spaß und sehe das weniger kritisch, da ja der Spaß im Grunde immer noch im Vordergrund stehen sollte.
    1. Avatar von flaffstar99
      flaffstar99 -
      Mittlerweile kann man BlueFire auch dazu hinzufügen Also solange das nicht so ausartet mit den SLC's finde ich das gr nicht schlecht, vorallem wenn die bahnen gut sind und ruhig fahren.