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Thema: Clackedi&Clack&Clackclack&Clack&Yeahhh - US Tour - Teil 5 - Kennywood



  1. #1
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    Standard Clackedi&Clack&Clackclack&Clack&Yeahhh - US Tour - Teil 5 - Kennywood

    Clackedi&Clack&Clackclack&Clack&Yeahhhhhh.
    US Roller Coaster Tour - Teil 5 - Kennywood

    Teil 1 - Vorbereitung & Anreise
    Teil 2 - Six Flags New England
    Teil 3 - Lake Compounce & Quassy Amusement Park
    Teil 4 - Knoebels
    Teil 5 - Kennywood (Montag 03. Juni)
    Teil 6 - Cedar Point
    Teil 7 - Kings Island
    Teil 8 - Holiday World
    Teil 9 - Kentucky Kingdom
    Teil 10 - Dollywood
    Teil 11 - Carowinds
    Teil 12 - Kings Dominion
    Teil 13 - Abreise & Fazit

    Die Nacht verbrachten wir im Motel 6 in Altoona auf halber Strecke zwischen Knoebels und Kennywood. Die Ausstattung war absolut basic, die Zimmer aber sauber und für eine Nacht war das mehr als ausreichend. Frühstück gab es allerdings keines, obwohl wir da so oder so drauf verzichtet hätten. Stattdessen frühstückten wir bei Tom & Joe’s Diner, der in Altoona eine Institution ist. Der Diner wurde schon 1933 eröffnet und befindet sich seit 1956 in der jetzigen Location, die sowohl von außen als auch von innen sehr nah an die Idealvorstellung kommt, die ich mit der amerikanischen Diner-Kultur assoziiere. Die Geschichte der USA mag verglichen mit der Europas nicht sonderlich weit zurück reichen aber viele Freizeitparks und Diner sind da vergleichsweise steinalt und mich faszinierte die Vorstellung, dass hier schon Leute gefrühstückt und anschließend den Lakemont Park besucht haben, als meine Oma noch eine junge Frau war. Es überzeugte nicht nur das Ambiente, sondern auch die Bedienung und das Frühstück. Ich liebe solche Läden einfach.

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    Hier wird noch klassisch beim Cashier bezahlt. Andis Kreditkarte wurde zwei Mal abgelehnt und bevor wir die Gelegenheit bekamen, bar zu bezahlen, übernahm ein ungeduldiger Gast einfach unsere Rechnung von immerhin knapp $ 30. Auf unser ungläubiges „Seriously?“ antwortete er einfach nur mit „You’re good man, you’re good!“ und wir verließen ungläubig den Diner darüber rätselnd, was ihn wohl dazu bewogen hatte, unsere Rechnung zu übernehmen. Einerseits sahen wir nicht wie Bedürftige aus, die sich das Frühstück nicht leisten konnten und andererseits wirkte er nicht wie der gönnerhafte Typ, der Punkte für sein Karmakonto sammeln wollte. Da die Kassiererin ziemlich attraktiv war, hielten wir es schließlich für wahrscheinlich, dass er ihr einfach imponieren wollte. Spielte aber auch keine Rolle. Kostenloses Frühstück ist immer gut.

    Da wir ohne Verzögerung durchkamen, erreichten wir nach einer knapp 2-stündigen Fahrt Kennywood in Mifflin in der Nähe von Pittsburgh. Wir machten nicht den Fehler wie noch 2015 bei unserem ersten Besuch, sondern parkten dieses Mal auf den kostenlosen Parkplätzen, die sich etwas oberhalb der kostenpflichtigen Plätze befinden. Der Weg zum Eingang des Parks von diesen Plätzen ist nicht wesentlich weiter und wenn man früh genug da ist, kann man hier schon mal $ 7 sparen. Außerdem hat man von den oberen Parkplätzen einen tollen Blick auf die Skyline des Parks, zu der sich neben Phantom’s Revenge mit Steel Curtain ein imposanter Gegenspieler gesellt hat.

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    Ein Überblick zur Parkgeschichte

    1818 kaufte Thomas Jenkins Kenny das waldige Stück Land, auf dem der Park heute steht, für 5 Pfund, 10 Schilling, 6 Pence und ein Fass Whiskey. Zunächst nutzte die Familie das Grundstück als Farm. Als er auf eine Kohle-Ader stieß, begann er die Kohle abzubauen und über den nahegelegenen Monongahela River zu verschiffen. Das Grundstück war so groß, dass die Familie Anwohnern gestattete, Teile davon zum Picknicken zu nutzen, woraufhin das Gelände unter dem Namen „Kenny’s Grove“ bekannt wurde und sich nach dem amerikanischen Bürgerkrieg bei Anwohnern und den Einwohner Pittsburghs zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelte.

    Am Ende des 19. Jahrhunderts pachtete die Monongahela Street Railways Company das Gelände von der Familie Kenny, um einen Trolley Park zu errichten. Trolley Parks waren Ausflugsziele zum Picknicken und zur Erholung, die Ende des 19. Jahrhunderts in vielen größeren amerikanischen Städten an den Endstationen der Bahnlinien entstanden. Sie wurden von den Verkehrsgesellschaften auch mit der Intention geschaffen, die Auslastung der Bahnlinien am Wochenende zu erhöhen und für die Einwohner der Städte waren sie eine Gelegenheit dem Trubel in diesen zu entfliehen.

    Trolley Parks gelten als die Vorläufer der Freizeitparks. Einer der bekanntesten Parks, der ursprünglich als Trolley Park startete, ist wohl Coney Island in New York, nach dessen Vorbild im späten 19. Jahrhundert etliche Parks in den USA entstanden. Mit dem Siegeszug des Automobils endete allerdings der Erfolg der Trolley Parks und es entwickelten sich die Freizeitparks, wie wir sie heute kennen.

    Anfang des 20. Jahrhunderts wurde ein Karussell, eine Kasino-Halle und ein Tanz-Pavillon errichtet. 1901 entstand mit „Old Mill“ einer der ersten Indoor-Waterrides. Die Attraktion wurde über die Jahre mehrere Male überarbeitet und unter neuem Namen wieder eröffnet. 2004 wurde Old Mill schließlich zu Garfield’s Nightmare umthematisiert. Es ist heute die älteste im Betrieb befindliche Attraktion des Parks. 1902 wurde die erste Achterbahn des Parks gebaut, ein Figure 8 Toboggan.

    Die Monongahela Street Railway verpachtete den Park 1906 nach nicht einmal 10 Jahren an drei neue Eigentümer, welche diesen fortan unter dem Namen Kennywood Park Limited betrieben. Der Name wurde später in Kennywood Entertainment geändert.

    In den 20er Jahren wurden drei Holzachterbahnen im Park gebaut, welche heute noch im Betrieb sind. Jack Rabbit wurde 1920 eröffnet und ist die älteste Achterbahn des Parks und eine der ältesten noch im Betrieb befindlichen Achterbahnen weltweit. Nur vier Jahre später wurde der Terrain-Coaster Pippin gebaut, welcher seit 1968 unter dem Namen Thunderbolt bekannt ist und 1927 schließlich die Moebius Racing Achterbahn The Racer. Alle drei Holzachterbahnen befinden sich gemessen an ihrem Alter noch in einem sehr guten Zustand. Während man in Knoebels rekonstruierte Achterbahngeschichte erleben kann, hat Kennywood für mich mit diesen drei Oldschool-Woodies den Charakter eines Achterbahn-Tageslichtmuseums.

    Wir haben den Park bereits 2015 besucht und da ich damals schon einen Bericht geschrieben habe, werde ich Jack Rabbit, Thunderbolt und The Racer nicht noch einmal reviewen, da sich mein damaliger Eindruck der drei Woodies nicht wirklich geändert hat. Spaßige Achterbahnen. Ich verlinke hier aber noch einmal den alten Bericht.

    www.coasterfriends.de/forum/trip-reports-8/eure-tripreports-unsere-freude-11/2015-die-8-lacht-tour-madflex

    2007 verkaufte Kennywood Entertainment die fünf Parks Sandcastle Waterpark, Idlewild Park, Story Land, Lake Compounce und Kennywood selbst an die spanische Gruppe Parques Reunidos.

    Los geht’s

    Als wir die anfingen, die Tour zu planen, war noch nicht bekannt, dass Steel Curtain gebaut werden würde. Nachdem der Park das dann schließlich angekündigt hat, nahmen wir den Park mit in die Tour, da sich das ohnehin optimal mit der Route kombinieren ließ. Als ich online bei einem Preseason-Sale die Tickets gekauft habe, ging ich auch noch fest davon aus, dass die Bahn rechtzeitig eröffnen würde. Der Online-Support versicherte mir zudem, dass der Memorial Day Ende Mai ein realistisches Eröffnungsdatum sei.

    Na ja…, am Ende schaffte Kennywood es dann leider nicht, Steel Curtain zu unserem Besuch fertiggestellt zu haben. Weil wir die Tickets aber schon gekauft hatten, der Park auf der Route lag und weil sich das bestehende Achterbahnportfolio absolut sehen lassen kann, besuchten wir den Park trotzdem. Auch wenn ich ahnte, dass mich der Anblick Steel Curtains etwas schmerzen würde. Aber da musste ich einfach durch.

    Phantom’s Revenge (4 Fahrten)

    Über Phantom’s Revenge habe ich 2015 bereits eine Review geschrieben. Damals schafften wir dank der berüchtigten kennywood’schen Abfertigung des Todes bei Einzugbetrieb nur eine Fahrt und da wir Phantom’s Revenge dieses Mal bei insgesamt vier Fahrten etwas ausführlicher testen konnten und uns der Coaster noch mehr überzeugen konnte als damals, möchte ich diesem verrückten Gerät noch einmal die Aufmerksamkeit widmen, die es verdient hat.

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    Nach dem obligatorischen Durchlaufen der Metalldetektoren und der Kontrolle unseres Rucksacks und nachdem unsere Tickets gescannt wurden, war Phantom’s Revenge dann auch das erste Ziel des Tages. Vor dem Wartebereich standen bereits ca. 50 Personen, die darauf warteten, dass dieser öffnen würde. Während wir dort standen, fiel mir der Musik Express von Mack zu unserer linken auf, der dort mit seinem bunten Erscheinungsbild etwas nostalgisches Retro-Kirmesfeeling verbreitet.

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    Nach ein paar Minuten wurde der schmucklose Wartebereich von Phantom’s Revenge geöffnet und nach der Fahrt in der Front Row vor 4 Jahren, entschieden wir uns hier direkt für die letzte Reihe und machten auch alle restlichen Fahrten in den hinteren Reihen. Obwohl sich nur wenige Personen vor uns befanden, mussten wir eine Weile warten, da Phantom’s Revenge zu Beginn des Tages mit nur einem Zug betrieben wurde. Erinnerungen an unseren ersten Besuch wurden wach. Währenddessen wurde am zweiten Zug rumgeschraubt, der dann im Laufe des Tages zum Glück auch in Betrieb genommen wurde, wodurch sich die Kapazität entsprechend erhöhte.

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    Die Geschichte von Phantom’s Revenge ist so einmalig wie die Achterbahn selbst. Die ursprünglich 1991 von Arrow gebaute und unter dem Namen Steel Phantom eröffnete Bahn, wurde im Jahr 2000/2001 von Morgan umgebaut, nachdem immer mehr Fahrgäste über die schlechten Fahreigenschaften klagten. Im Zuge des Umbaus wurden alle Inversionen entfernt und einige Bunnyhops hinzugefügt. Die Gesamtlänge erhöhte sich dadurch um einige Meter auf knapp 980 m. Von den Original Zügen wurden die Chassis verwendet, die Verkleidung und das Rückhaltesystem wurden erneuert und statt der Arrow-typischen Schulterbügel kommen nur noch Lapbars zum Einsatz.

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    Die einzelnen Wagen haben jeweils zwei Reihen, von denen die hintere deutlich mehr Platz im Fußraum bietet, da man die Beine unter der Sitzschale des Vordermanns platzieren kann. Da wir unsere erste und bis dato einzige Fahrt wie schon erwähnt in der ersten Reihe gemacht haben, war uns dieses Detail noch nicht bekannt. Durch die tiefe Sitzposition hat man hier das Gefühl, als würde man in einem Sportwagen sitzen und da sich Phantom’s Revenge auch recht sportlich fährt, ergänzt sich das ganz gut. Die schlanken Lapbars bieten in Kombination mit der ungewöhnlich tiefen Sitzposition zudem relativ viel Bewegungsfreiraum, der sich in den zahlreichen Airtime-Momenten bezahlt macht.

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    Der Lifthill gehört zu einem der langsamsten, den ich kenne und da dieser immerhin knapp 50 m hoch ist, dauert es entsprechend lang, bis man es nach oben geschafft hat. Der erste Drop verläuft in einer 180 Grad Rechtskurve und beschleunigt den Zug auf knapp 100 km/h, fährt sich aber nicht sonderlich intensiv. Nachdem der Zug einen Hügel erklommen hat, auf deren Spitze die Schiene aber fast horizontal verläuft und die somit kaum Airtime bietet, folgt der zweite Drop, der es so was von in sich hat, dass ich auch nach mehreren Wiederholungsfahrten immer noch fassungslos bin, mit was für einer Power der Zug hier den Hügel herunter rast und wie ausgeprägt die Airtime hier ist. Auch weil man das nach dem eher verhaltenen ersten Drop und dem nicht allzu steilen Gefälle des zweiten Drops von gerade mal 60 Grad nicht erwarten würde. Durch die satte Airtime im Zusammenspiel mit der tiefen Sitzposition und den beinahe ausgestreckten Beinen, fühlt sich der Drop in den hinteren Reihen an, als würde man im Liegen bzw. Stehen, den immerhin fast 70 m tiefen Drop hinab fliegen.

    Ich hatte den zweiten Drop als großartig in Erinnerung. Aber nicht in dieser Intensität, was vermutlich auch daran lag, dass wir vorne saßen und eben nicht in den Genuß dieser immensen Beinfreiheit kamen. Vom Gefühl her bleibt mir das in jedem Fall als einer der besten Single-Airtime-Momente und einer der besten Drops überhaupt in Erinnerung. Intensiv aber für einen Coaster dieses Baujahrs und der damaligen Fertigungsmöglichkeiten auch ungewöhnlich smooth, wie auch die gesamte restliche Fahrt. Einfach sensationell. Vor allem, weil man das auf keiner anderen Achterbahn erleben kann.

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    Mit dem zweiten Drop den Hügel hinunter mutiert Phantom’s Revenge zu einem Terrain Coaster. Von oben hat man einen tollen Blick über den Monongahela River und das dahinterliegende Stahlwerk. Dann richtet sich der zusehends verengende Blick aber unweigerlich gen Tal, dass sich Phantom’s Revenge mit der Holzachterbahn Thunderbolt teilt, unter deren Schienen der Zug am untersten Punkt mit der Höchstgeschwindigkeit von knapp 137 km/h hindurch ballert. Wenn der Zug unter der Stützenkonstruktion hindurch rauscht, kommt es zu einem ausgeprägten Head Chopper Moment, bevor es über eine 180 Grad Panorama-Kurve, in der man die höchsten positiven G-Kräfte erlebt, erneut unter der Struktur von Thunderbolt hindurch und aus dem Tal zurück geht.

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    Nachdem der Zug über eine langgezogene Rechtskurve wieder das Niveau der Station erreicht hat, geht es an dieser vorbei über den ersten Bunnyhop, dem sich ein Double Down anschließt, der in eine enge Rechtskurve führt und nachdem man einen letzten Bunnyhop überfahren hat, erreicht der Zug schließlich die Schlußbremse. Die Ejector Airtime auf den Bunnyhops ist ziemlich ausgeprägt und dank der ungewöhnlichen Sitzposition und schlanken Lapbars auch ziemlich einzigartig aber keineswegs unangenehm. Was für eine tolle Achterbahn.

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    Phantom’s Revenge muss sich in meinem Ranking zwar von einigen Bahnen neueren Baujahrs geschlagen geben, ist aber in meiner Top 20 die älteste Achterbahn, wenn man das ursprüngliche Baujahr zugrunde legt.

    Exterminator (1 Fahrt)

    Nach den ersten zwei Fahrten auf Phantom’s Revenge, ging es in den hintersten Bereich des Parks, um mit dem Indoor Spinning Coaster Exterminator (englisch für Kammerjäger) von Reverchon zu fahren, den wir 2015 absurderweise ausgelassen hatten. Wieso kann ich gar nicht mehr sagen aber jetzt nutzten wir unsere Chance, das wieder gut zu machen.

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    Am Eingang wird darauf hingewiesen, dass keine Taschen mitgenommen werden dürfen. Die Locker am Eingang waren allerdings außer Betrieb. Da wir keine Lust hatten, zu den am nächsten gelegenen Schließfächern zu laufen, legten wir den Rucksack in einem Gebüsch neben dem Eingang vom Exterminator hinter einen Footer des Waterrides Pittsburgh Plunge.

    Der Wartebereich ist mit ausgedienten Schaltpulten thematisiert und sieht ein wenig aus, wie ein altes Elektrizitätswerk. Die geringe Kapazität verursacht bei Exterminator häufig verhältnismäßig lange Wartezeiten. Während wir dort standen, fiel mir auf, dass einige trotz des Hinweises ihre Taschen dabei hatten. Für einen kurzen Moment dachte ich darüber nach, unseren Rucksack zu holen, entschied mich dann aber dagegen, da sich die Queue hinter uns auch schon ganz ordentlich gefüllt hatte und ich mich nicht an den Leuten vorbeizwängen wollte.

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    Kennywood hat das Modell „Wilde Maus“ für die Inszenierung der Attraktion wörtlich genommen. Die Wagen sind als Mäuse thematisiert, in denen die Fahrgäste von den Exterminators gejagt werden und diesen dabei durch das Layout entkommen müssen. Das Theming ist mit einigen rudimentären Animatronics und gekonnt eingesetzten Lichteffekten durchaus gelungen und demonstriert eindrucksvoll, was man mit einer Story, sowie Theming und Setting selbst aus so einem Standard-Modell rausholen kann. Eine wirklich spaßige Anlage.

    Weniger spaßig war, dass unser Rucksack weg war, als wir diesen nach der Fahrt holen wollten. DAMN!!! Es waren zwar keine Wertgegenstände drin aber immerhin Mützen, Sonnenbrillen, Regenklamotten, etc. und natürlich wäre es auch ärgerlich um den Rucksack selbst gewesen. Da kein Mitarbeiter zu sehen war, den wir hätten fragen können, gingen wir zum Guest Service, wo sich ein Mitarbeiter unsere Telefonnummer notierte und uns gleichzeitig empfahl, noch einmal zu Exterminator zu gehen, um dort einen nachzufragen. Als wir dort ankamen, war auch ein RideOp zur Stelle und zu unserem Glück hatten die den Rucksack an sich genommen. Die Kameraüberwachung im Park scheint auf jeden Fall zu funktionieren. Wahrscheinlich war es etwas naiv von uns, den Rucksack einfach irgendwo zu deponieren und im Nachhinein leuchtete es natürlich ein, dass eine herrenlose Tasche in einem Gebüsch in einem Freizeitpark nicht sonderlich vertrauenserweckend erscheint und dass die Parks diese entfernen.

    Noah’s Ark (1 Walk-trough)

    Bei unserem ersten Besuch ließen wir diesen Klassiker aus Zeitgründen noch aus. Noah’s Ark ist ein walk-through Fun House, welches - wie der Name schon sagt - der Arche Noah nachgebildet ist. Zwischen 1919 und 1936 entstanden in den USA fünf Exemplare dieser Attraktion, von denen das in Kennywood das jüngste aber auch das einzige noch im Betrieb befindliche ist. Die Attraktion wurde in der Vergangenheit mehrfach restauriert und überarbeitet. Eine sechste Noah’s Ark wurde in Blackpool gebaut. Das Schiff habe ich dort letztes Jahr noch im Park stehen sehen aber es befindet sich schon seit einiger Zeit nicht mehr im Betrieb.

    Noah’s Ark kombiniert bekannte Elemente von Fun Houses über mehrere Etagen mit diversen Szenen von Tieren in ihren Käfigen und verschiedenen anderen Szenen. Im Inneren ist es überwiegend sehr dunkel und es wird partiell Schwarzlicht eingesetzt. Das Schiff schwankt dabei die ganze Zeit wie bei starkem Seegang hin und her. Durch ihre Einzigartigkeit ist die Attraktion schon etwas Besonderes. Witzig ist, dass der Geruch von Tierdung (hoffentlich nur) simuliert wird.

    Ghostwood Estate (1 Fahrt)

    Als wir an The Racer vorbeikamen, wurde der Coaster in diesem Moment wieder eröffnet, nachdem er zuvor eine Weile down war. Dadurch konnten wir sofort und ohne Wartezeit eine Fahrt machen. Rustikales, spaßiges Ding aber wie schon erwähnt, spare ich mir die erneute Review der alten Woodies.

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    Schräg gegenüber von The Racer befindet sich der interaktive Darkride Ghostwood Estate, den wir bei unserem ersten Besuch nicht fahren konnten, da es kurz vor unserer Fahrt eine technische Störung gab. Die Preshow ist recht stimmungsvoll und unterhaltsam. Die Fahrt selber halt ein weiterer Shooter mit Gruseltheming. Kann man immer mal dazwischen schieben, ist aber auch nicht außergewöhnlich.

    Steel Curtain

    Der ständige Blick auf Steel Curtain blieb uns bei unserem Besuch natürlich nicht erspart. Man sieht die mächtige Stützenkonstruktion schon von Weitem bei der Anfahrt und von unzähligen Stellen aus dem Park. Eine gigantische, faszinierende Konstruktion und das Gelb der Stützen leuchtete bei dem sonnigen Wetter besonders kräftig. Während unseres Besuchs wurde auch fleissig an der Sea Serpent Roll gearbeitet.

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    Die Reviews, die nach der Eröffnung sukzessive veröffentlicht wurden, klingen ja eigentlich alle durchweg positiv und ich bin mir sicher, dass wir hier eine tolle Achterbahn nur knapp verpasst haben. Eigentlich sind in absehbarer Zeit keine Touren in die Gegend geplant aber man weiss nie, ob nicht andere Parks in der Nähe in Zukunft ihr Portfolio um „Must Rides“ (nach Cedar Point schiel) erweitern und man am Ende dann doch schneller wieder in der Ecke unterwegs ist, als man es jetzt vermuten würde.

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    The Racer (1 Fahrt)

    Direkt neben Steel Curtain befindet sich die Racing Achterbahn „The Racer“, die optisch im krassen Gegensatz zu der gigantischen Stützenkonstruktion der neuen Stahlachterbahn steht. Auf die Fahrt an sich möchte ich nicht mehr eingehen. Ich muss aber ein paar Zeilen zu den absurden Operations schreiben, für die Kennywood ja auch berüchtigt ist, von denen wir bis zu The Racer aber glücklicherweise verschont blieben.

    Bei einer Racing Achterbahn ist die Kapazität mit je einem Zug pro Seite modellbedingt ja eigentlich schon höher. Gemessen habe ich die Zeit pro Dispatch nicht aber die Züge verließen die Station gefühlt im 10 Minutentakt . Der Grund war schnell ausgemacht. Tatsächlich gab es NUR EINEN Ride Op, der für das Abzählen der Gäste, das Ent- und Beladen der Züge und das Checken der Restraints zuständig war und ein zweiter, der das Kontrollpult bediente.

    Die Station hat keine Gates, sondern es werden immer so viele Leute auf die Plattform gelassen, wie es Plätze in den zwei Zügen gibt. Schon hier verzählte sich der EINE Mitarbeiter jedes Mal, weshalb entweder Plätze frei blieben oder aber nachträglich weitere Personen auf die Plattform gelassen wurden, um freie Sitzreihen zu füllen. Nachdem die Gäste Platz genommen hatten, musste dieser EINE Mitarbeiter beide Züge kontrollieren. Das tat er teilweise mehrmals, da er ja nachträglich weitere Gäste auf die Plattform ließ, um die freien Plätze aufzufüllen, er sich dann aber nicht mehr erinnern konnte, welche Plätze er bereits kontrolliert hatte. Die Ineffizienz hatte irgendwie schon eine gewisse Faszination war aber gleichzeitig auch recht ärgerlich.

    Wir stiegen auf der linken Seite ein, da wir bei unserem ersten Besuch auf der rechten Seite Platz genommen hatten. Die Fahrt ist nach wie vor sehr spaßig und der Streckenverlauf von The Racer ermöglicht viele interessante Blicke auf Steel Curtain.

    Mittagessen

    Eigentlich wollten wir bei dem hochgelobten Potato Patch essen aber die Warteschlangen waren dort länger als an den Attraktionen und so assen wir stattdessen im Parkside Cafe Salat und Sandwiches. Qualitativ war das nichts Besonderes aber auf der Veranda des Parkside Cafes, welches immerhin 120 Jahre alt ist, lässt es sich gut aushalten und man kann ein wenig vom Trubel im Park abschalten.

    Der Nachmittag

    Nach dem Mittagessen machten wir eine Fahrt mit der Schaukel „Swing Shot“, einem S&S Screamin’ Swing und zwei weitere Wiederholungsfahrten auf Phantom’s Revenge. Zum Ende unseres Besuchs fuhren wir dann noch ein Mal mit Jack Rabbit, der ältesten Bahn des Parks. Beim Verlassen des Parks kamen wir noch an dem Premier Rides Launchcoaster Skyrocket vorbei, der zum Zeitpunkt unseres Besuchs bereits seit über einem Jahr außer Betrieb war, mittlerweile aber wohl wieder eröffnet wurde.

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    Fazit

    Der Park mag nicht sonderlich schön angelegt sein und die Operations sind häufig alles andere als optimal aber wir hatten einen tollen Tag in Kennywood auch wenn der hauptsächliche Grund unseres Besuchs nicht rechtzeitig fertig sein sollte, was bei mir aber nur im Vorfeld für Frust sorgte.

    Ein Besuch lohnt sich schon alleine für die Ausnahmeachterbahn Phantom’s Revenge, die uns bei unserem zweiten Besuch noch mehr begeisterte. Dazu kommen dann noch die drei Oldschool Woodies mit historischem Charme, die sich gemessen an ihrem Alter auch noch sehr gut fahren, ein klasse thematisierter Indoor-Coaster und zahlreiche nostalgische Flatrides und mit Noah’s Ark, ein einzigartiges Fun-House. Mit Steel Curtain wurde zudem das Portfolio der Attraktionen um eine spektakuläre, weitere Stahlachterbahn erweitert.

    Pokern in Pittsburgh

    Gegen 17.30 Uhr verließen wir den Park und machten uns auf den Weg zum Rivers Casino in Pittsburgh, um dort unserer zweiten Leidenschaft zu frönen. Dem Pokerspielen. Das Kasino befindet sich recht zentral in Pittsburgh am Ohio River. Im Kasino mussten wir noch eine Players Card beantragen und um 19.00 Uhr namen wir an einem $ 50 No Limit Holdem Turnier teil. Während ich im Mittelfeld ausschied, erreichte Andi immerhin Platz 11 von 56 Spielern. Für die Geldränge reichte es zwar nicht aber wir hatten trotzdem eine Menge Spaß und wieder viele interessante Gespräche und Situationen am Pokertisch erlebt und kuriose Dinge im Kasino gesehen.

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    Nachdem Andi so gegen 23.30 Uhr ausgeschieden war, fuhren wir noch ca. eine halbe Stunde in nördlicher Richtung zu unserem nächsten Motel. Dem Red Roof Inn, Pittsburgh North, Cranberry Township.

    Am darauffolgenden Morgen ging es für uns dann ein zweites Mal nach Cedar Point, der Roller Coaster Capital of the World.
    Geändert von Madflex (11.08.2019 um 21:01 Uhr)
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    Phantoms Revenge - stand up for the second first drop!!!

    Auf den Bericht habe ich mich schon gefreut - vielen Dank dafür

    PS: den Rucksack in´s Gebüsch gefeuert loool
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    Wieder einmal ein TOP Report. Kennywood steht irgendwann auch einmal auf meiner Liste!

    Bin schon gespannt auf euren Bericht aus Cedar Point!
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